Titre

Prolegomena zu einer neuen mittelhochdeutschen Metrik

Auteur Alexander Estis
Directeur /trice Prof. Dr. René Wetzel
Co-directeur(s) /trice(s)
Résumé de la thèse Eine in ihren Anfängen von der Klassischen Philologie – und von klassischen Philologen – geprägte germanistische Mediävistik hat eine Metrik hervorgebracht, welche sich in vielerlei Hinsicht an der klassischen orientiert: Vor allem sind es zum einen die Annahme einer klaren Regelhaftigkeit der Quantitätendistribution im mittelhochdeutschen Vers, zum anderen die Ausrichtung an einem klassischen Werkbegriff mit der Implikation der Vorstellung von einem idealen Versbau der – wenn nötig konjektural – herzustellenden Endfassung des Autors, welche die ʽtraditionelleʼ mittelhochdeutsche Metrik im Lichte des modernen Verständnisses der mittelhochdeutschen Literatur inadäquat und obsolet erscheinen lassen. Hat etwa die Editionsphilologie – wenn auch nicht ausnahmslos, so doch in der communis opinio – längst den Weg aus der von der Klassischen Philologie oktroyierten Art der Konjekturalkritik mit ihrer Mißachtung der eigentlichen Überlieferungslage der volkssprachlichen Literatur des Mittelalters eingeschlagen (etwa das ʽLeithandschriftenprinzipʼ), so bleibt die Metrik recht konservativ; Publikationen sind in neuerer Zeit selten, aktuelle Monographien fehlen ganz und gar. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer innerhalb der ʽProlegomenaʼ durchzuführenden neuen Prüfung der metrischen Instrumente der germanistischen Mediävistik auf ihre Wirksamkeit angesichts der Gegebenheiten der dichterischen Sprachgebilde hin; die metrischen Postulate sind im Lichte moderner linguistischer und überlieferungs- sowie kulturgeschichtlicher Erkenntnisse neu zu reflektieren, das sprachliche Material unvoreingenommen auf seine Eigenheiten zu untersuchen und gegebenenfalls ein modifiziertes Instrumentarium für eine neue mittelhochdeutsche Metrik zu instituieren.
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